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(Zeit-)Geschichte


Bitte beachten Sie die unten angegebenen Hinweise zur Fachberatung.

Anmeldung möglich Auf den Spuren der Vorfahren (W22-1A107)

Eine Einführung in die Ahnenforschung

Fr. 14.01.2022 (16:30 - 18:00 Uhr) - Fr. 21.01.2022
Dozent: Dr. Johannes Leicht

Wer waren meine Urgroßeltern? Und wo lebten deren Eltern und Großeltern? Familiengeschichtliche Forschungen haben wieder Konjunktur. In diesem Einsteigerkurs erlernen Sie geeignete Arbeitsmethoden zur selbstständigen Ahnenforschung und nützliches Handwerkszeug für erfolgreiche Recherchen. Sie lernen die wichtigsten genealogischen Quellen sowie ihre digitale oder analoge Nutzung kennen. Auch widmen wir uns der Frage, wie Sie Ihre Ergebnisse sachgerecht sichern und ansprechend präsentieren können.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A101)

Aufbaukurs 1

Fr. 11.02.2022 (16:30 - 19:45 Uhr) - Fr. 18.02.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In ihrer Familie gibt es Urkunden, Briefe, Tagebücher, Poesiealben oder Kochrezepte in alter deutscher Schrift, die Sie gerne entziffern möchten? Sie erforschen ein historisches Thema oder begeben sich auf familiäre Spurensuche, stoßen aber nur auf Dokumente, die Ihnen noch mehr Rätsel aufgeben? In diesem Kurs werden Sie, ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben. Im ersten Aufbaukurs widmen wir uns außerdem der alten deutschen Handschrift Kurrent. Gern können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Anmeldung auf Warteliste Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A105B)

Bildungsfreistellung

Fr. 11.02.2022 (08:30 - 13:45 Uhr) - Fr. 18.02.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In vielen Behörden gehört das Lesen von Schriftstücken (Akten, Urkunden, Karten, Grundbucheinträgen) in alter deutscher Schrift zum Alltag, so dass korrektes und schnelles Lesen dieser Zeugnisse vergangener Zeiten für die Arbeit unerlässlich ist.
In dem Kurs werden Sie ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, an zwei Tagen das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben, wobei wir uns auf die alten deutschen Handschriften des 20. und ausgehenden 19. Jahrhunderts konzentrieren werden. Gerne können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Anmeldung möglich Die Barbaren sind die anderen. Wie ein Denkmuster Geschichte und Literatur prägt (W22-1A901D)

Vortrag im Live-Stream

Di. 15.02.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Mischa Meier

Schon in der Antike haben Menschen andere als Barbaren abgewertet, um sich selbst aufzuwerten. Der Barbar war in der Regel der negative Gegenentwurf zum zivilisierten und kultivierten Hellenen oder Römer. Die sogenannten Barbaren waren in ihren Augen all das, was sie selbst in ihrer Eigenwahrnehmung nicht waren: wild, grausam, gesetzlos, verschlagen, maßlos, triebhaft, dumm usw. Nur in wenigen Fällen wurde der Barbar als Folie für Idealisierungen verwendet, beispielsweise um dekadente Tendenzen in der eigenen Gesellschaft zu markieren. Dann war der Barbar genügsam, einfach, unverdorben, gerecht, ehrlich oder fromm. Diese Zuschreibungen erinnern an das Bild des "edlen Wilden", das sich auch später in der Zeit von Sklaverei und Kolonialismus wiederfinden sollte. Auch heute funktionieren diese Mechanismen bei der Zuschreibung von Eigen- und Fremdidentitäten. Mischa Meier und Durs Grünbein diskutieren in der Villa Vigoni über die Entstehung von Identitätskonzepten wie das des Barbaren. Wer sind heute die Barbaren, wer bestimmt das und welche Rolle spielt dabei Sprache und Dichtung?

Mischa Meier lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Universität Tübingen. Sein Werk Geschichte der Völkerwanderung (C.H. Beck) wurde mit dem WISSEN! Sachbuchpreis ausgezeichnet.

Durs Grünbein ist ein vielfach ausgezeichneter Lyriker und Essayist. Er ist Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf und hat lateinische und griechische Klassiker ins Deutsche übersetzt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni und der Gerda Henkel Stiftung statt.

Anmeldung möglich Die Himmelsscheibe von Nebra: Fürsten, Goldwaffen und Armeen (W22-1A903D)

Vortrag im Live-Stream

Fr. 25.02.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Harald Meller

Die Himmelsscheibe von Nebra zählt als älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Welt zu den wichtigsten archäologischen Funden des letzten Jahrhunderts. Vor etwa 3600 Jahren am Mittelberg bei Nebra im südlichen Sachsen-Anhalt vergraben, erlebte sie zuvor mehrere Veränderungen ihres Bildprogramms und ihrer Bedeutung.
Ihre Erforschung ermöglicht uns viele Erkenntnisse über die religiösen Vorstellungen, aber auch die politische Organisation in der frühen Bronzezeit. Nicht zuletzt verweist sie auf die intensive Vernetzung der frühbronzezeitlichen Eliten in Europa und bis in den Vorderen Orient.

Harald Meller, provinzialrömischer Archäologe, Prähistoriker und Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, ist Direktor des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/Landesmuseum für Vorgeschichte.

Anmeldung möglich Auguste Victoria - Deutschlands letzte Kaiserin (W22-1A005)

Mi. 09.03.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozent: Jörg Kirschstein

Im April 2021 jährte sich der Todestag der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921) zum 100. Mal. Als Gemahlin Kaiser Wilhelms II. war sie von 1888 bis 1918 die erste Dame im Staat. Auguste Victoria nahm somit den höchsten gesellschaftlichen Rang Deutschlands ein und war der Mittelpunkt des Kaiserreiches. Sie erlebte dessen Aufstieg und Untergang. Die Kaiserin erfreute sich durch ihr ausgeprägtes karitatives Engagement einer großen Beliebtheit. In dieser Zeit förderte sie den Bau von zahlreichen Kirchen und sozialen Einrichtungen.
Der Erste Weltkrieg forderte Millionen Menschenleben, an seinem Ende brach die Monarchie 1918 zusammen. Wilhelm II. und Auguste Victoria gingen ins niederländische Exil, wo die ehemalige Kaiserin bald darauf verstarb. Dieses von Brüchen gekennzeichnete Leben wird im Vortrag beleuchtet.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A103)

Aufbaukurs 2

Fr. 18.03.2022 (16:30 - 19:45 Uhr) - Fr. 25.03.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In ihrer Familie gibt es Urkunden, Briefe, Tagebücher, Poesiealben oder Kochrezepte in alter deutscher Schrift, die Sie gerne entziffern möchten? Sie erforschen ein historisches Thema oder begeben sich auf familiäre Spurensuche, stoßen aber nur auf Dokumente, die Ihnen noch mehr Rätsel aufgeben? In diesem Kurs werden Sie, ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie erlernen die Sütterlinschrift lesen und schreiben. Im zweiten Aufbaukurs widmen wir uns außerdem der alten deutschen Handschrift Kurrent. Gern können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Plätze frei Schauprozesse und geheime Justizverfahren in der DDR (W22-1A007)

Do. 24.03.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Tanja Stern

Eine psychisch auffällige Frau mit dunkler Herkunft wird durch die DDR-Propaganda zur "Faschistin" stilisiert und als "Aufrührerin" vor Gericht gestellt. Ein Mann, der "Republikflucht" beging, wird von seiner eigenen Tochter in die DDR zurückentführt. Und ein Hauptmann der Staatssicherheit wird hingerichtet, weil er im stillen Kämmerlein davon träumte, ein großer Spion zu sein. In der frühen DDR verstand sich die Justiz als Instrument des politischen Systems und funktionierte in dessen Dienst. Es gab große Schauprozesse gegen "Volksfeinde" und "Westspione", aber auch streng geheime Justizverfahren und Willkürurteile, die man selbst den nächsten Angehörigen der Opfer verschwieg. An ausgewählten Beispielen wird in diesem Vortrag dargelegt, wie unter dem Druck des staatlichen Gebots, die Feinde des Sozialismus so drakonisch wie möglich zu bestrafen, die Gerechtigkeit auf der Strecke blieb.

Anmeldung möglich Widerstände gegen Weltbürgerlichkeit. Eine wechselvolle Geschichte (W22-1A905D)

Vortrag im Live-Stream Vortrag im Live-Stream

Do. 24.03.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Jürgen Osterhammel

Weltbürgerlichkeit - oder Kosmopolitismus - ist eine Haltung der Weltoffenheit, die seit der Aufklärung mehrfach einflussreich wurde, auf Widerstand stieß und abflaute.
Befinden wir uns heute nach dem Abklingen der Euphorie über "Globalisierung" und den Erfahrungen der Pandemie erneut in einer Phase des Anti-Kosmopolitismus?
Der Vortrag beleuchtet die historischen Voraussetzungen zur Beantwortung dieser Frage.

Jürgen Osterhammel ist Professor em. für Geschichte an der Universität Konstanz. Er hat renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG, den Gerda Henkel Forschungspreis, den Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2017 wurde ihm der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen. Außerdem ist er Distinguished Fellow at the Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS).

Anmeldung möglich Zwischen Globalismus und Demokratie: die EU, Europa und die Nationalstaaten (W22-1A907D)

Vortrag im Live-Stream

Do. 07.04.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Dr. Wolfgang Streeck

In der Hochphase des Neoliberalismus galt die Globalisierung als unvermeidlich und die umverteilende Demokratie als überholt. Wachsender Wohlstand für alle war das Versprechen - auch der EU. Wachsende Unfähigkeit, die kapitalistische Ungleichheits-maschine zu bändigen, ist aber das Ergebnis.
Soll es mit dem Umbau des Staatensystems weitergehen wie gehabt, das heißt in Richtung einer noch stärkeren überstaatlichen Zentralisierung? Oder wäre der Weg in eine moderne, auf friedliche Kooperation ausgerichtete "Kleinstaaterei" die bessere Lösung?
Diese Fragen diskutieren Wolfgang Streeck und Peter Gauweiler

Wolfgang Streeck ist Soziologe und Direktor emeritus am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln.
Peter Gauweiler ist Rechtsanwalt und Politiker.

Plätze frei Unglücksfälle und Katastrophen - Verschwiegene Skandale in der DDR (F22-1A009)

Mi. 27.04.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Tanja Stern

Vertuscht, verschwiegen, verborgen - in der schöngefärbten Welt des Sozialismus durfte es keine Skandale geben. Niemand wusste, dass ein kleiner Ort in Brandenburg 1977 beinahe zu einem Tschernobyl für Mitteleuropa geworden wäre. Niemand sprach darüber, dass durch den Fehler eines ehrgeizigen Arztes Tausende von jungen Müttern mit Hepatitis C infiziert wurden. Und niemand erfuhr, wie es zum Untergang des Öltankers "Böhlen" gekommen war. Erst nach der Wende wurden diese Ereignisse erforscht und aufgearbeitet - Ereignisse, die sich hinter den Kulissen einer als heil gepriesenen Welt abspielten und die DDR-Medien nie erreichten.

Anmeldung möglich Kurt Landauer - Der Präsident des FC Bayern. Briefwechsel mit Maria Baumann (F22-1A901D)

Vortrag im Live-Stream

Mi. 11.05.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Dr. Rachel Salamander

Die Lebensgeschichte des Münchners Kurt Landauer (1884-1961) ist in mehreren Büchern festgehalten und auch verfilmt worden. Er war der legendäre Präsident des FC Bayern und gehörte zu den wenigen im Nationalsozialismus als Juden Verfolgten, die sich nach der Schoa entschieden, aus der Emigration in die Heimat zurückzukehren.
Jetzt ist der sensationelle Nachlass von Kurt Landauer und seiner Ehefrau Maria Baumann (1899-1971) zugänglich und eröffnet unbekannte Einsichten in die Familiengeschichte Landauers in der Vorkriegszeit, Landauers Emigration in die Schweiz und die Nachkriegsgeschichte in München.

Im Gespräch geben die beiden Herausgeberinnen Jutta Fleckenstein und Rachel Salamander Einblicke in den nun veröffentlichten Briefwechsel mit Maria Baumann und den bisher unbekannten Lebensbericht Kurt Landauers.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (F22-1A105B)

Bildungsfreistellung

Fr. 03.06.2022 (08:30 - 13:45 Uhr) - Fr. 10.06.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In vielen Behörden gehört das Lesen von Schriftstücken (Akten, Urkunden, Karten, Grundbucheinträgen) in alter deutscher Schrift zum Alltag, so dass korrektes und schnelles Lesen dieser Zeugnisse vergangener Zeiten für die Arbeit unerlässlich ist.
In dem Kurs werden Sie ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, an zwei Tagen das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben, wobei wir uns auf die alten deutschen Handschriften des 20. und ausgehenden 19. Jahrhunderts konzentrieren werden. Gerne können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Anmeldung möglich Geschichte und Zukunft der Mode (F22-2F110D)

Vortrag im Live-Stream

Mi. 22.06.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Dr. Ulinka Rublack

Befindet sich das System der "schnellen" Mode, wie es im zwanzigsten Jahrhundert entstanden ist, in einer tiefen Krise?
Die Mode ist ein starker Motor für ökologische und wirtschaftliche Ungleichheiten in der Welt. Das macht die Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft der Mode zu einer dringenden Aufgabe.
Eine Betrachtung der Mode als globale Geschichte seit dem Mittelalter zeigt, wie wir über neue ökologische und ästhetische Zukünfte nachdenken können.

Ulinka Rublack lehrt Europäische Geschichte an der Universität Cambridge.
Alfons Kaiser ist leitender Journalist bei der FAZ und dort u.a. für Mode zuständig.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin statt.




Fachberatung

Dr. Myrtan Xhyra
(Fachbereichsleitung)
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