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(Zeit-)Geschichte


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Anmeldung möglich Warum es kein islamisches Mittelalter gab (H21-1A903D)

Vortrag im Live-Stream

Mo. 20.09.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Thomas Bauer

Dem Islam wird gerne vorgeworfen, er sei im Mittelalter stecken geblieben. Was aber, wenn es gar kein islamisches Mittelalter gab? Sie erfahren an zahlreichen Beispielen, wie in der islamischen Welt die antike Zivilisation mit florierenden Städten und Wissenschaften weiterlebte, während im mittelalterlichen Europa nur noch Ruinen an eine untergegangene Kultur erinnerten.
Jahrhundertelang waren im Orient die antiken Städte lebendig, mit Bädern, Kirchen, Moscheen und anderen steinernen Großbauten, während sie in Europa zu Ruinen verfielen. Ärzte führten die Medizin Galens fort, Naturwissenschaften und Liebesdichtung blühten auf. Kupfermünzen, Dachziegel, Glas: Im Alltag des Orients gab es lauter antike Errungenschaften, die Mitteleuropäer erst zu Beginn der Neuzeit (wieder) neu entdeckten. Thomas Bauer schildert in dem Vortrag, wie die antike Kultur von al-Andalus über Nordafrika und Syrien bis Persien fortlebte und warum das 11. Jahrhundert in ganz Eurasien, vom Hindukusch bis Westeuropa, eine Zäsur bildet, auf die in der islamischen Welt bald die Neuzeit folgte. Er widerlegt damit überzeugend die eingespielten Epochengrenzen und rückt eingefahrene Sichtweisen auf Orient und Okzident zurecht.
Thomas Bauer ist Professor für Arabistik und ein renommierter Islamwissenschaftler. 2013 wurde er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2013 mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet.

Anmeldung möglich Ein Elefant für den Papst (H21-1A911D)

Vortrag im Live-Stream

Fr. 01.10.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Martin Zimmermann

1514 erreicht Papst Leo X. in Rom ein Geschenk des Königs von Portugal, ein junger weißer Elefant. Ausgehend von diesem Ereignis, das seinerzeit ungeheures Aufsehen erregte, können Sie mit diesem Vortrag eine Reise ins Zeitalter der Entdecker unternehmen.
Sie erfahren von gefährlichen Überfahrten, der Begegnung mit dem Fremden, kolonialer Gewalt, der Macht der Kartografie und der Kirche als aufmerksamen Begleiter, der an Mission, aber auch an den Reichtümern ferner Länder interessiert war.
In einem aus heutiger Sicht ungeheuerlichen Vertrag teilten sich Portugal und Spanien im Jahr 1494 gar die Welt untereinander auf, indem sie durch den Atlantik eine Linie vom Nord- zum Südpol ziehen - ein Sinnbild herrschaftlicher Hybris, das bis heute nachwirkt.

Prof. Martin Zimmermann lehrt Alte Geschichte an der Ludwigs-Maximilians-Universität München.

Anmeldung möglich Srebrenica 1995 - ein europäisches Trauma (H21-1A905D)

Vortrag im Live-Stream

Mi. 10.11.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Marie-Janine Calic

Am Morgen des 11. Juli 1995 stürmten bosnisch-serbische Armee- und Polizeieinheiten nach tagelangem Beschuss die UNO-Schutzzone Srebrenica. Unter den Augen der Staatengemeinschaft ermordeten sie planmäßig über 8.300 Männer und Jungen.
"Srebrenica" wurde zum Trauma europäischer und internationaler Politik. Wie konnte es zu diesem Massenverbrechen kommen? Wer waren die Auftraggeber, was motivierte die Täter? Und welche Lehren hat Deutschland, hat die Welt daraus gezogen?

Marie-Janine Calic ist Professorin für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Anmeldung möglich Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (H21-1A101)

Einführungskurs

Fr. 19.11.2021 (16:30 - 19:45 Uhr) - Fr. 26.11.2021
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In ihrer Familie gibt es Urkunden, Briefe, Tagebücher, Poesiealben oder Kochrezepte in alter deutscher Schrift, die Sie gerne entziffern möchten? Sie erforschen ein historisches Thema oder begeben sich auf familiäre Spurensuche, stoßen aber nur auf Dokumente, die Ihnen noch mehr Rätsel aufgeben? In diesem Kurs werden Sie, ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben. Der Einführungskurs konzentriert sich auf alte deutsche Handschriften des 20. Jahrhunderts. Im ersten Aufbaukurs widmen wir uns außerdem der alten deutschen Handschrift Kurrent. Gern können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Plätze frei Auf den Spuren der Vorfahren (W22-1A107)

Eine Einführung in die Ahnenforschung

Fr. 14.01.2022 (16:30 - 18:00 Uhr) - Fr. 21.01.2022
Dozent: Dr. Johannes Leicht

Wer waren meine Urgroßeltern? Und wo lebten deren Eltern und Großeltern? Familiengeschichtliche Forschungen haben wieder Konjunktur. In diesem Einsteigerkurs erlernen Sie geeignete Arbeitsmethoden zur selbstständigen Ahnenforschung und nützliches Handwerkszeug für erfolgreiche Recherchen. Sie lernen die wichtigsten genealogischen Quellen sowie ihre digitale oder analoge Nutzung kennen. Auch widmen wir uns der Frage, wie Sie Ihre Ergebnisse sachgerecht sichern und ansprechend präsentieren können.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A101)

Aufbaukurs 1

Fr. 11.02.2022 (16:30 - 19:45 Uhr) - Fr. 18.02.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In ihrer Familie gibt es Urkunden, Briefe, Tagebücher, Poesiealben oder Kochrezepte in alter deutscher Schrift, die Sie gerne entziffern möchten? Sie erforschen ein historisches Thema oder begeben sich auf familiäre Spurensuche, stoßen aber nur auf Dokumente, die Ihnen noch mehr Rätsel aufgeben? In diesem Kurs werden Sie, ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben. Im ersten Aufbaukurs widmen wir uns außerdem der alten deutschen Handschrift Kurrent. Gern können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A105B)

Bildungsfreistellung

Fr. 11.02.2022 (08:30 - 13:45 Uhr) - Fr. 18.02.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In vielen Behörden gehört das Lesen von Schriftstücken (Akten, Urkunden, Karten, Grundbucheinträgen) in alter deutscher Schrift zum Alltag, so dass korrektes und schnelles Lesen dieser Zeugnisse vergangener Zeiten für die Arbeit unerlässlich ist.
In dem Kurs werden Sie ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, an zwei Tagen das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben, wobei wir uns auf die alten deutschen Handschriften des 20. und ausgehenden 19. Jahrhunderts konzentrieren werden. Gerne können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Plätze frei Auguste Victoria - Deutschlands letzte Kaiserin (W22-1A005)

Mi. 09.03.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozent: Jörg Kirschstein

Im April 2021 jährte sich der Todestag der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921) zum 100. Mal. Als Gemahlin Kaiser Wilhelms II. war sie von 1888 bis 1918 die erste Dame im Staat. Auguste Victoria nahm somit den höchsten gesellschaftlichen Rang Deutschlands ein und war der Mittelpunkt des Kaiserreiches. Sie erlebte dessen Aufstieg und Untergang. Die Kaiserin erfreute sich durch ihr ausgeprägtes karitatives Engagement einer großen Beliebtheit. In dieser Zeit förderte sie den Bau von zahlreichen Kirchen und sozialen Einrichtungen.
Der Erste Weltkrieg forderte Millionen Menschenleben, an seinem Ende brach die Monarchie 1918 zusammen. Wilhelm II. und Auguste Victoria gingen ins niederländische Exil, wo die ehemalige Kaiserin bald darauf verstarb. Dieses von Brüchen gekennzeichnete Leben wird im Vortrag beleuchtet.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (W22-1A103)

Aufbaukurs 2

Fr. 18.03.2022 (16:30 - 19:45 Uhr) - Fr. 25.03.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In ihrer Familie gibt es Urkunden, Briefe, Tagebücher, Poesiealben oder Kochrezepte in alter deutscher Schrift, die Sie gerne entziffern möchten? Sie erforschen ein historisches Thema oder begeben sich auf familiäre Spurensuche, stoßen aber nur auf Dokumente, die Ihnen noch mehr Rätsel aufgeben? In diesem Kurs werden Sie, ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie erlernen die Sütterlinschrift lesen und schreiben. Im zweiten Aufbaukurs widmen wir uns außerdem der alten deutschen Handschrift Kurrent. Gern können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.

Plätze frei Schauprozesse und geheime Justizverfahren in der DDR (W22-1A007)

Do. 24.03.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Tanja Stern

Eine psychisch auffällige Frau mit dunkler Herkunft wird durch die DDR-Propaganda zur "Faschistin" stilisiert und als "Aufrührerin" vor Gericht gestellt. Ein Mann, der "Republikflucht" beging, wird von seiner eigenen Tochter in die DDR zurückentführt. Und ein Hauptmann der Staatssicherheit wird hingerichtet, weil er im stillen Kämmerlein davon träumte, ein großer Spion zu sein. In der frühen DDR verstand sich die Justiz als Instrument des politischen Systems und funktionierte in dessen Dienst. Es gab große Schauprozesse gegen "Volksfeinde" und "Westspione", aber auch streng geheime Justizverfahren und Willkürurteile, die man selbst den nächsten Angehörigen der Opfer verschwieg. An ausgewählten Beispielen wird in diesem Vortrag dargelegt, wie unter dem Druck des staatlichen Gebots, die Feinde des Sozialismus so drakonisch wie möglich zu bestrafen, die Gerechtigkeit auf der Strecke blieb.

Plätze frei Unglücksfälle und Katastrophen - Verschwiegene Skandale in der DDR (F22-1A009)

Mi. 27.04.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Tanja Stern

Vertuscht, verschwiegen, verborgen - in der schöngefärbten Welt des Sozialismus durfte es keine Skandale geben. Niemand wusste, dass ein kleiner Ort in Brandenburg 1977 beinahe zu einem Tschernobyl für Mitteleuropa geworden wäre. Niemand sprach darüber, dass durch den Fehler eines ehrgeizigen Arztes Tausende von jungen Müttern mit Hepatitis C infiziert wurden. Und niemand erfuhr, wie es zum Untergang des Öltankers "Böhlen" gekommen war. Erst nach der Wende wurden diese Ereignisse erforscht und aufgearbeitet - Ereignisse, die sich hinter den Kulissen einer als heil gepriesenen Welt abspielten und die DDR-Medien nie erreichten.

Plätze frei Alte Texte lesen - Die Sütterlinschrift (F22-1A105B)

Bildungsfreistellung

Fr. 03.06.2022 (08:30 - 13:45 Uhr) - Fr. 10.06.2022
Dozentin: Anett Kolaschinsky

In vielen Behörden gehört das Lesen von Schriftstücken (Akten, Urkunden, Karten, Grundbucheinträgen) in alter deutscher Schrift zum Alltag, so dass korrektes und schnelles Lesen dieser Zeugnisse vergangener Zeiten für die Arbeit unerlässlich ist.
In dem Kurs werden Sie ausgehend von der Sütterlinschrift, die zwischen 1914 und 1941 an deutschen Schulen gelehrt wurde und als "Deutsche Schrift" bekannt ist, an zwei Tagen das Lesen alter deutscher Handschriften üben. Sie lernen, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben, wobei wir uns auf die alten deutschen Handschriften des 20. und ausgehenden 19. Jahrhunderts konzentrieren werden. Gerne können Sie eigene Schriftstücke mitbringen, die dann gemeinsam im Kurs entziffert werden.