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Politik und Zeitgeschehen

Anmeldung möglich Das unzufriedene Volk: Protest und Ressentiment in Ostdeutschland (W22-1D903D)

Vortag im Live-Stream

Mi. 09.02.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Detlef Pollack

Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs gern als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen.
So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen aus, sondern von der Bevölkerung. Und heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen, wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert - unter den Bedingungen einer Diktatur - und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.

Detlef Pollack zählt zu den führendsten Religions- und Kultursoziologen. Er hatte Professuren in Leipzig, Frankfurt/Oder und New York inne. Derzeit lehrt er in Münster.
Stefan Locke wurde 1974 in Bautzen geboren. Er studierte in Dresden und Portland und arbeitete anschließend für die "Dresdner Morgenpost". Seit September 2016 ist er politischer Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

Plätze frei Europa nach der Bundestagswahl (W22-1D007)

Do. 10.02.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozent: Wolfgang Balint

Die Ära Merkel ist vorbei. Was bedeutet das Wahlergebnis vom 26. September 2021 für Europa und vor allem für Brandenburg? Macht jeder Mitgliedstaat in der Pandemiebekämpfung, was er für richtig hält? Wie werden die Gelder des Wiederaufbaufonds, immerhin 750 Milliarden Euro, eingesetzt? Diese Fragen beantwortet Ihnen der Vorsitzende der Europa Union Brandenburg. Sie erfahren außerdem, ob wir weiterhin darauf angewiesen sind, dass sich immer alle Mitgliedstaaten einigen oder ob es auch andere Wege gibt.

Plätze frei Freimaurerinnen in Deutschland (W22-1D111)

Do. 24.02.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Charlotte Berndt

Mit der Gründung von Frauenlogen haben Frauen seit 1949 in Deutschland die Tradition freimaurerischen Arbeitens übernommen. Inzwischen gibt es mehr als 600 Freimaurerinnen in 32 Logen. Ein aufgeklärtes Denken und Handeln, Weltoffenheit, Toleranz, eine gute Diskussionskultur und die Freude an menschlichen Begegnungen und geistigen Auseinandersetzungen spielen in den Logen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2012 wurde die erste Frauenloge auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in Potsdam gegründet. Lassen Sie sich aus erster Hand von den engagierten Mitgliedern und der "Meisterin vom Stuhl" der Potsdamer Freimaurerinnenloge "Märkisches Mosaik" etwas über die Geschichte, Inhalte, Ziele der Loge sowie über Rituale und deren Bedeutung erzählen.

Anmeldung möglich Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Die Rolle der Frauen in Belarus (W22-1D905D)

Vortrag im Live-Stream

Do. 03.03.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Alice Bota

Die Bilder haben die Welt gerührt und erschüttert: Friedliche Demonstrantinnen und Demonstranten in Belarus trotzten dem brutalen Regime - immer und immer wieder.
Die Osteuropa-Korrespondentin Alice Bota erzählt die Geschichten der drei maßgeblichen Protagonistinnen, die zu Politikerinnen wider Willen wurden: Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo. Sie zeichnet die Geschichte des Aufstands nach und wirft die Frage auf, warum der Westen - fast vor unserer Haustür - so wenig Unterstützung leistet.

Alice Bota ist Autorin und Journalistin. Sie berichtet als Auslandskorrespondentin aus Moskau für DIE ZEIT.

Anmeldung möglich Femizide - Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen (W22-1A909D)

Vortrag im Live-Stream

Mo. 07.03.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Margherita Bettoni

Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann, seine Frau umzubringen. Alle drei Tage wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Morde an Frauen durch ihnen unbekannte Täter.
Diese Verbrechen sind keine Ehrenmorde oder Beziehungstaten, sondern Femizide: Morde, die an Frauen verübt werden, weil sie Frauen sind.
Die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts ist auch bei uns ein ernsthaftes gesamtgesellschaftliches Problem. Als Familientragödien verharmlost, bleiben viele Frauenmorde verborgen und verdecken die patriarchalen Macht- und Gewaltmuster, die sich tief durch unsere Gesellschaft ziehen.

Margherita Bettoni ist Investigativjournalistin mit den Schwerpunkten Organisierte Kriminalität und sexualisierte Gewalt. Sie ist Co-Autorin der Bücher »Die Mafia in Deutschland. Kronzeugin Maria G. packt aus« (Econ, 2017) und »Corona: Geschichte eines angekündigten Sterbens« (dtv, 2020).
Für ihre Recherchen hat sie den Marlies-Hesse-Nachwuchspreis, den Migration Media Award und den Grimme Online Award gewonnen.

Plätze frei Populismus - Was ist das eigentlich? (W22-1D113)

Mi. 09.03.2022 17:30 - 20:45 Uhr
Dozentin: Ulrike Wolf

Populistische Denkmuster und Parolen sind verführerisch, und wer sich ihnen entgegenstellen will, kann sich sehr schnell sehr hilflos fühlen. Warum ist das so? Ausgehend von den "Stammtischparolen", die den Teilnehmenden schon begegnet sind, erarbeiten wir im Workshop Strukturen und Merkmale populistischer Denkweisen. Damit werden Voraussetzungen geschaffen, in beruflichen wie privaten Situationen Populismus schneller zu erkennen und besser auf Populisten reagieren zu können. Thematisiert werden ebenso einige strategische und rhetorische Möglichkeiten im Umgang mit populistischen Parolen.

Plätze frei Frauen: Die oft unsichtbare Mehrheit (W22-1D115)

Mi. 23.03.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozentin: Michaela Burkard

Freiräume für Frauen und Mädchen zu schaffen sowie gegen Sexismus und Gewalt an Frauen in der Gesellschaft einzutreten, sind zentrale Aufgaben des Autonomen Frauenzentrums Potsdam e.V. Neben dem Frauenzentrum selbst betreibt der Verein in Potsdam ein Frauenhaus, eine Frauennotwohnung, eine Beratungsstelle und einen Mädchentreff; alle diese Bereiche wirken auch politisch in die Stadt hinein. Wie dringend brauchen wir heute noch diese frauenpolitische Arbeit? Wie sieht es mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen in Potsdam aus und warum sind Frauen, obwohl sie zahlenmäßig in der Mehrheit sind, oft so wenig sichtbar? In diesem Vortrag mit Diskussion erfahren Sie mehr über die Arbeit des Frauenzentrums und die Situation von Frauen in Potsdam. Außerdem erfahren Sie, warum ein Frauenhaus nicht nur ein Ort für Opfer von Gewalt, sondern auch für starke Frauen ist.

Plätze frei Geschlechterrollen hinterfragen - ein Workshop für Frauen* (W22-1D117)

Sa. 26.03.2022 10:00 - 13:15 Uhr
Dozentin: Michaela Burkard

In diesem Workshop geht es darum, die eigene Position als Frau in der Gesellschaft näher zu betrachten: Was bedeuten für uns Glück und Erfolg? Und wie sind diese Vorstellungen durch Rollenerwartungen an uns als Frauen* geprägt?
Gemeinsam wollen wir untersuchen, wie sich diese Rollenerwartungen auf uns auswirken, und wie wir diese oft selbst weitertragen. Durch das Sichtbarmachen und Reflektieren meist unbewusster Annahmen und Erwartungen wollen wir dazu kommen, uns in unserer Vielfalt und Verschiedenheit mehr anzuerkennen, wertzuschätzen und äußeren Druck abzubauen. Kein Weg ist vorgegeben und jede Frau* ist anders. Auf der Suche nach uns selbst können wir uns gegenseitig unterstützen. So kann jede individuell herauszufinden, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Anregungen gibt es dafür von einer Mitarbeiterin des Frauenzentrums Potsdam e.V.

Anmeldung möglich Krankenhäuser in Deutschland. Strukturen - Reformen - Probleme (F22-3E125D)

Vortrag im Live-Stream

Do. 05.05.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger

Der Vortrag befasst sich mit den Strukturen der Krankenhauslandschaft und mit zentralen Merkmalen der Gesundheitsversorgung in Deutschland, sowie mit der Steuerung des Krankenhaussektors und jüngeren Reformen in diesem Bereich. Dabei kommen auch Vergütungen von Leistungen und Arbeitsbedingungen im Krankenhaus zur Sprache.
Abschließend geht es um wichtige Herausforderungen für die Gestaltung der Krankenhausversorgung.

Thomas Gerlinger ist Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld und Leiter der Arbeitsgruppe "Gesundheitssysteme, Gesundheitspolitik und Gesundheitssoziologie".

Plätze frei Was bringt uns die Europäische Union? (F22-1D121)

Mi. 11.05.2022 17:30 - 19:00 Uhr
Dozent: Wolfgang Balint

Europäisches Parlament, EU-Rettungsschirm, Wettbewerbsregeln, Verbraucherschutz, Agrarsubventionen - viele Verordnungen der Europäischen Union bestimmen unser alltägliches Leben. Ist die EU ein Bürokratiemonster oder handeln dort lauter kluge Köpfe in unserem Interesse? Wohin fließt unser Geld und was genau machen die Kommission, der Ministerrat und der Rat der Regionen? In diesem Vortrag des Vorsitzenden der Europa Union Brandenburg lernen Sie die EU und ihre Institutionen besser kennen und verstehen. Außerdem haben Sie Gelegenheit zur Diskussion darüber, ob bzw. warum Brüssel für Brandenburg wichtig ist.

Anmeldung möglich Die Wiederfindung der Nation (F22-1D105D)

Vortrag im Live-Stream

Mi. 18.05.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Aleida Assmann

Bei Intellektuellen steht der Begriff der Nation unter Generalverdacht. Doch wer sagt denn, dass Nation automatisch ethnische Homogenität und eine "Volksgemeinschaft" bedeutet, die andere ausschließt?
Das ist die Sicht von Rechtsextremen, die den aufgegebenen Nationsbegriff inzwischen für sich erobert haben. Doch lässt sich nicht auch eine Form von Nation (wieder)finden, die sich als demokratisch, zivil und divers versteht und sich solidarisch auf die gewaltigen Zukunftsaufgaben einstellen kann? Diese und viele weiteren Fragen diskutieren die Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann, die 2018 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler.

Anmeldung möglich Welche Grenzen brauchen wir? Ethik und Politik der Migration (F22-1D901D)

Vortrag im Live-Stream

So. 26.06.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Gerald Knaus

Nach wie vor ringt die europäische Politik um eine Reform des Asylsystems. Die öffentliche Diskussion wird dabei oft von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen dominiert.
In diesem Gespräch wird diskutiert, welche ethischen Grundsätze in der Migrationspolitik zu berücksichtigen sind, wie humane Grenzen in der Realität möglich sein können und wie solche Ideen in eine mehrheitsfähige Politik einfließen können.

Gerald Knaus ist ein österreichischer Soziologe und Migrationsforscher. Er ist Mitgründer und Vorsitzender des Think Tanks European Stability Initiative und war maßgeblich am EU-Türkei-Abkommen vom 18. März 2016 beteiligt.
Matthias Hoesch ist Philosoph und einer der führenden deutschen Migrationsethiker. Er forscht am Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster.




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