Chronik

1919

Gründung der Volkshochschule Potsdam. Der Magistrat der Stadt beschließt die Durchführung von vier- bis sechswöchigen, volkstümlichen und gemeinverständlichen Vorträgen in den Räumen der städtischen Schulen Viktoria-Gymnasium (heute Helmholtz-Gymnasium), Realgymnasium (heute Einstein-Gymnasium) und der damaligen Oberrealschule (Am Kanal 62).

1921

Die Geschäftsstelle der Volkshochschule befindet sich in der Brauerstr. 10 in den Räumen der Städtischen Schulabteilung.

1925

Der Magistrat der Stadt Potsdam beschließt, die Volkshochschule als städtisches Unternehmen zum 1. Oktober 1925 aus finanziellen Gründen „eingehen zu lassen“.

1933 – 45

In der NS-Zeit werden im Deutschen Reich alle Volkshochschule aufgelöst oder im NS-Volksbildungswerk gleichgeschaltet.

1945

Der Magistrat der Stadt Potsdam stimmt für die Errichtung einer Volkshochschule und reicht einen Antrag auf Genehmigung ihrer Gründung bei der sowjetischen Kommandantur ein.

1946

Eröffnung der Volkshochschule in der Aula des Viktoria-Gymnasiums in der Kurfürstenstraße 53 (dem heutigen Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium).

1947

Das Land Brandenburg verabschiedet als erstes deutsches Bundesland ein Volkshochschulgesetz. Aufgaben der VHS sind demnach: Die Erziehung der Hörer zu aktiven Teilnehmern am demokratischen Wiederaufbau Deutschlands, die Ermöglichung guter wissenschaftlicher, künstlerischer und politischer Weiterbildung sowie der berufsbegleitende Erwerb der Hochschulreife.

1949

Gründung der Deutschen Demokratischen Republik.

1950

Die Volkshochschule erhält ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit mit eigener Kassenführung.

1951

Die Volkshochschule Potsdam beginnt, berufsbildende Lehrgänge in Potsdamer Großbetrieben durchzuführen.

1953

Die berufliche Qualifizierung wird weitgehend an die neuen Technischen Betriebsschulen übergeben, die 1959 zu Betriebsakademien ausgebaut werden.

1956

Die Volkshochschulen werden in das Ministerium für Volksbildung eingegliedert, die parteipolitische Einflussnahme wächst. Die Potsdamer Abendschule wird in die Volkshochschule eingegliedert, so dass diese Schulabschlüsse auf dem Zweiten Bildungsweg anbieten kann.

1967

Als „Abendoberschule für die Werktätigen“ können an den Volkshochschulen Schulabschlüsse nachgeholt werden, insbesondere das auf dem ersten Bildungsweg nur sehr begrenzt erreichbare Abitur.

1971

Der VIII. Parteitag der SED fordert die stärkere Vermittlung fremdsprachlicher Kompetenzen, Kenntnissen in Kunst und Kultur sowie allgemeinpraktischen Fertigkeiten. Die Volkshochschule Potsdam etabliert einen eigenen Fachbereich Kunst und Kultur. Auch „Deutsch für Ausländer“ wird neu eingeführt. Nach dem Militärputsch in Chile 1973 nutzen viele Geflüchtete aus Südamerika das Angebot.

1980

Die Volkshochschule Potsdam-Stadt erhält mit der Dortustraße 37 erstmals ein eigenes Gebäude mit 13 Unterrichtsräumen und vier Fachkabinetten für Physik, Biologie/Chemie, Sprachunterricht und Maschineschreiben.

1983

In Vorbereitung des 1000-jährigen Stadtjubiläums 1993 startet die Volkshochschule gemeinsam mit dem Potsdam-Museum Lehrgänge zur Stadtgeschichte.

1984

Erstmals bietet die VHS einen Kurs über Computer- und Robotertechnik an.

1985

Die Volkshochschule erhält den Namen „Albert Einstein“.

1989

Der politische Aufbruch äußert sich auch in den Volkshochschulkursen. Viele Teilnehmer beteiligen sich abends an den Veranstaltungen des Neuen Forums oder den Demonstrationen anstatt die Kurse zu besuchen.

1990

Die Weiterbildungslandschaft in den Bundesländern stellt sich neu auf. An der VHS werden die Programmbereiche neu entwickelt.

1991

Die Volkshochschule Potsdam ist die größte VHS im Land Brandenburg. Besonders nachgefragt sind weiterhin die Schulabschlüsse auf dem Zweiten Bildungsweg. Senioren und Vorruheständler kommen als weitere Zielgruppe hinzu.

Zu den Sprachkursen „Deutsch als Fremdsprache“ kommen erstmals auch sowjetische Soldaten aus den Potsdamer Kasernen sowie Aussiedler vor allem aus den GUS-Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Der Zweite Bildungsweg firmiert unter dem Namen „Abendschule Potsdam, Sekundarstufe I und II“ und bleibt vorerst noch Teil der Volkshochschule.

Unter dem Dach der Volkshochschule wird das „Potsdam-Kolleg“ gegründet, das gymnasiale Schulabschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg als anbietet (drei Jahre Vollzeit) mit der Möglichkeit einer Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), das nicht zurückgezahlt werden muss.

1993

Das Weiterbildungsgesetz des Landes Brandenburg gewährt die Gleichrangigkeit von kommunalen Volkshochschulen und freien Erwachsenenbildungseinrichtungen.
Gründung des „Chor International“, an dem viele Hörer mit Migrationshintergrund aus den Kursen „Deutsch als Fremdsprache“ mitwirken.

Die letzten vier zwölften Klassen erhalten ihr „VHS-Abitur“.

1994

Die Abendschule wird von der Volkshochschule abgekoppelt und selbständig, die VHS bleibt in städtisch-kommunaler Hand.

Im Sommer findet die erste Malreise der Volkshochschule an den Lago Maggiore/Schweiz statt.

1995

Der Programmbereich Gesundheit bietet erstmals den Kurs Babyschwimmen an. Das Angebot wird zum Hit, die Wartelisten sind voll (die VHS ist Erstanbieter in Potsdam).

1996

Das 1990 gegründete Kunst- und Begegnungshaus „Villa Grenzenlos“ wird zur Stadtteil-Volkshochschule in Babelsberg.

1999

In der „Jungen Volkshochschule“ werden EDV und Technik angeboten. VHS-Dozent*innen bieten in einigen Potsdamer Grundschulen gemeinsam mit den Grundschullehrenden Sprachkurse an.

 

2004

Die Außenstelle der Volkshochschule Potsdam in der „Villa Grenzenlos“ wird aus Kostengründen geschlossen.

2005

Die Volkshochschule Potsdam ist einer der ersten Träger von Integrationskursen. Der Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ wird systematisch erweitert. In den folgenden Jahren nimmt die VHS auch Prüfungen zur Einbürgerung und für den Hochschulzugang ausländischer Studierender ab.

2006

Grundbildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene werden vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und der Europäischen Union gefördert. Zielgruppe des Grundbildungsprogramms sind Menschen, deren Kompetenzen nicht ausreichen, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Neben Lese- und Schreibkursen werden auch Angebote für Mathematik, den Umgang mit dem PC und Englisch konzipiert.

2013

Die Volkshochschule bezieht ihre neuen Räumlichkeiten im neu eröffneten Bildungsforum am Platz der Einheit 47 und firmiert seitdem unter dem Namen „Volkshochschule Potsdam im Bildungsforum“. Wichtige Partner im „klügsten Haus der Stadt“ sind die Stadt- und Landesbibliothek (SLB) sowie die Wissenschaftsetage (WIS).

2013

Eröffnung der „Lernwerkstatt Deutsch“. In Zusammenarbeit mit der Stadt- und Landesbibliothek und mit Unterstützung von vielen ehrenamtlich Engagierten können Migrantinnen und Migranten in diesem offenen Angebot täglich für jeweils 90 Minuten Deutsch lernen.

2015

Für das Gelingen der Integration erweitert die Volkshochschule Potsdam ihr Angebot von Deutschkursen für Asylbewerber*innen.

2015

1. Juni: Nach einer dreijährigen Modellphase im DVV-Projekt AlphaKommunal beginnt an der VHS Potsdam der Aufbau eines Grundbildungszentrums als eins von sieben geförderten Grundbildungszentren im Land Brandenburg.

2016

Im Rahmen des IQ-Netzwerks Brandenburg (Integration durch Qualifizierung) bietet die Volkshochschule für Menschen mit ausländischen Wurzeln, die ihren Beruf im Land Brandenburg anerkennen lassen möchten, Sprachkurse sowie das für die volle Anerkennung benötigte Deutsch-Zertifikat C1 oder C2 an

2016

Die Volkshochschule Potsdam erhält den Weiterbildungspreis des Landes Brandenburg für die „Lernwerkstatt Deutsch“.

2018

Gründung des Fördervereins der Volkshochschule Potsdam.

Die Lernwerkstatt Deutsch erhält den Ehrenamtspreis der Stadt Potsdam, mit dem ihr Wirken für Demokratie, Toleranz und Integration gewürdigt wird.

2019

September: Die Volkshochschule feiert ihr 100jähriges Jubiläum.


Zahlen & Fakten

An der Volkshochschule im Bildungsforum unterrichten insgesamt rund 170 neben- und hauptberufliche Dozentinnen und Dozenten.

Pro Jahr finden über 900 Kurse mit insgesamt mehr als 21.000 Unterrichtsstunden statt, die von ca. 4.000 Personen besucht werden.

80% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Potsdam, 40% von ihnen buchen 2 oder mehr Kurse.

Täglich besuchen etwa 700 Menschen die Angebote, die regelmäßig von 8:30 bis 21:00 Uhr stattfinden.